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Presse•  6. Februar 2012 Stolberger Nachrichten
Die auf zwölf Personen erweiterte Initiativgruppe bereitet die weiteren Schritte auf dem Weg zur Bürgerstiftung Stolberg vor: Wolfgang Hennig, Ria Bosserhoff, Hans-Josef Siebertz, Rudolf Wynands, Dr. Hanno Schmitz-Hüser, Dieter Wolf, Dr. Ulrich Bous, Willi Engels, Andreas Clemens und Alice Bongard (v. l.); auf dem Bild fehlen Astrid Natus-Can und Dr. Tim Foto: J. Lange

 

Bürgerstiftung bereits auf der Zielgeraden

Stolberg. Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Stolberger lieben ihre Stadt und sind bereit, sich für sie zu einzusetzen. „Wir sind dankbar, dass sich so viele Bürger engagieren und mit Stolberg identifizieren”, sagt Wolfgang Hennig. Die positive Resonanz innerhalb von nur zwei Monaten stimmt den Sprecher des Initiativkreises optimistisch: „Die Bürgerstiftung Stolberg wird wohl schon im Sommer ihr Ziel erreichen und die Anerkennung des Landes und der Finanzbehörden erhalten können”. Und mit dieser Prognose liegt die Initiative deutlich vor ihrer selbst eher vorsichtig gesetzten Frist.

Bis zum 31. Dezember nächsten Jahres wollten sich die zunächst fünf Initiatoren Zeit lassen, bis die für eine Gründung erforderlichen Zusagen über 50.000 Euro für das Stiftungskapital vorliegen. Doch seit der Auftaktveranstaltung mit Professor Dr. Christian Pfeiffer, der „Vater” der Bürgerstiftungs-Bewegung in Deutschland, Ende November liegen heute bereits Zusagen für zwei Drittel des Stiftungskapitals vor. „Wir haben jetzt gut 60 Stifter”, freut sich Wolfgang Hennig, und „wenn der Trend so anhält, werden wir bald unser Ziel erreichen.”

Ziel ist es, dass Stolberger Stolberg helfen - insbesondere auch dort, wo sich die öffentliche Hand aufgrund der Finanzlage zurückziehen muss. Die Bürgerstiftung ist eine selbstständige und unabhängige Institution zur Förderung verschiedener gemeinnütziger und mildtätiger Zwecke. Während ihr Wirkungsbereich auf das Stadtgebiet beschränkt ist, darf Jedermann mit mindestens 500 Euro zum Kreis der Stifter stoßen oder sie auch mit Spenden und Zustiftungen unterstützen.

Aus den Erträgen des Stiftungskapitals sowie aus - auch zweckgebundenen - Spenden werden die zukünftigen gemeinnützigen Aufgaben finanziert. Welche das im Detail sein werden, da möchten sich die Gründer beim Abfassen der Satzung nicht eingrenzen lassen. „Weil heute niemand sagen kann, wo in einigen Jahren geholfen werden sollte, soll der Stiftungszweck möglichst weit gefasst werden”, erklärt Hennig.

Um engagierte Helfer erweitert hat das Forum aller bisheriger Gründerstifter den bisherigen Initiativkreis. Zu Alice Bongard, Willi Engels, Dr. Tim Grüttemeier, Wolfgang Hennig und Hans-Josef Siebertz sind Ria Bosserhoff, Dr. Ulrich Bous, Andreas Clemens, Astrid Natus-Can, Dr. Hanno Schmitz-Hüser, Dieter Wolf und Rudolf Wynands gestoßen. Dieser „Zwölferrat” bereitet in drei Arbeitskreisen die weiteren Aktivitäten auf dem Weg zu einer anerkannten gemeinnützigen Bürgerstiftung Stolberg vor.

Die Bereiche Satzung, Markteing und Stifterwerbung werden nun dezidiert angegangen, auch um möglichst viele Bürger für ein Engagement zu gewinnen. „Die Entwicklung hat gezeigt, dass der Namen einer Bürgerstiftung zurecht besteht”, verweist Hennig auf ein „breites Spiegelbild Stolberger Bürger”, die sich bislang zu einem Engagement entschlossen haben. „Das ist kein elitärer Kreis, sondern ein breit angelegtes Bündnis zum Wohle dieser Stadt.”

Es sollen auf alle Fälle noch mehr Bürger werden, die ihren Focus auf das Allgemeinwohl Stolbergs legen, wünscht sich der „Zwölferrat”. Zumal die Gründer auch den Geist der Stiftung mit der Formulierung der Satzung prägen werden. „Wir wollen die Bürger anstiften, nicht stiften zu gehen, sondern zum Stiften zu kommen”, zitiert Wolfgang Hennig aus der Ansprache von Prof. Dr. Pfeiffer bei der Auftaktveranstaltung. Es war offensichtlich ein wirksamer Appell, denn zwei Dutzend Stolberger entschlossen sich an besagtem Abend spontan, sich in der Bürgerstiftung zu engagieren.

Dies kann auf unterschiedlichen Wegen geschehen, verweist Hennig auf die bestehenden Bürgerstiftungen in Simmerath, Baesweiler, Aachen und Düren. Während in Simmerath ein testamentarisch verfügtes Erbe die Basis für die Gründung der Bürgerstiftung legte, sind es beispielsweise in Baesweiler vielfach Spenden aus Vereins- und Bürgerfesten, die in das Stiftungskapital fließen.

Und aus diesem Kapital werden die gemeinnützigen Aktivitäten der Bürgerstiftung zukünftig auch in Stolberg finanziert.

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