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Presse•  16. Sept. 2012 Super Sonntag

„Wichtig ist einfach, dass man sich engagiert“

Jans-Josef Siebertz

Stolberg. Die Bürgerstiftung Stolberg lädt alle Bürger zur offiziellen Gründungsveranstaltung auf die Stolberger Burg ein.

Gründungsveranstaltung am 19. September um 19 Uhr auf die Stolberger Burg ein. Welche Ziele eine Bürgerstiftung verfolgt und wie man sich beteiligen kann, hat Hans-Josef Siebertz, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes noch einmal für uns erklärt. Einige engagierte Bürger haben vor circa einem Jahr die Initiative ergriffen und erste Schritte unternommen, um eine Bürgerstiftung für Stolberg zu gründen. Was steckt hinter dem Einsatz? Hans-Josef Siebertz: Wir wollen bürgerschaftliches Engagement in Stolberg fördern. Das brauchen wir für unsere Gesellschaft und für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Bürger wollen sich engagieren, aber in einer anderen Form, als noch vor einigen Jahren. Die Idee, eine Bürgerstiftung für Stolberg zu gründen, stammt von mehreren Bürgern. Erstmal haben wir uns natürlich sachkundig gemacht und uns die Unterstützung und Beratung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen gesichert. Welche Rolle kommt einer Bürgerstiftung zu? Hans-Josef Siebertz: Uns geht es darum, bestimmte Bereiche wie Bildung und Erziehung, Soziales, Jugend, Umweltschutz, demokratisches Staatswesen und viele Bereiche mehr, zu fördern. Wir haben nicht den Auftrag, dort als Finanzier aufzutreten, wo staatliche Mittel wegfallen. Gibt es eine Definition für eine Bürgerstiftung? Hans-Josef Siebertz: Wie das Wort bereits ausdrückt, ist eine Bürgerstiftung nicht vergleichbar mit privaten Stiftungen oder Stiftungen von Institutionen, die von Einzelpersonen, Unternehmen oder Institutionen errichtet werden. Bürgerstiftungen fassen Zustiftungen, auch wie bei uns mit einer kleinen Untergrenze von 500 Euro, zusammen. Nur die Erträge des Stiftungsvermögens werden für Förderungen eingesetzt. Man kann in der Bürgerstiftung mit seiner Zustiftung weit über die Lebenszeit hinaus Gutes bewirken. Außerdem kann bei einer Zustiftung jeder Betrag steuerlich geltend gemacht werden, anders als bei einer Spende. Die Spende ist aber ein weiteres Standbein der Bürgerstiftung. Diese sind Projektgebunden und zu Beginn einer Stiftung besonders wichtig, da noch kaum Erträge aus der Vermögensverwaltung vorhanden sind. Dabei sind auch kleine Spenden von ein paar Euro relevant. Wertvoll sind auch Zeitspenden. Zum Beispiel hat die Bürgerstiftung Hannover aufgerufen, Musikinstrumenten als Sachspenden abzugeben und dabei haben sich viele Bürger gefunden, die sich verpflichteten, für ein halbes oder ein Jahr als Zeitspende – also ehrenamtlich – Musikunterricht in Kitas und Grundschulen zu geben. Beteiligen kann sich auf eine Weise jeder Bürger. Man muss noch nicht einmal Geld einbringen. Gibt es schon konkrete Projekte, die die Bürgerstiftung unterstützen möchte? Hans-Josef Siebertz: Nein. Die offizielle Auftaktveranstaltung findet ja erst am 19. September statt. Stiftungsrat und Vorstand überlegen jetzt, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Nun muss die Stiftung verankert werden. Vielleicht organisieren wir Informationsveranstaltungen zum Beispiel über die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten bei einer Zustiftung. Sicherlich muss auch geschaut werden, welche Projekte gefördert werden. Wir wollen verschiedene Träger einladen, bei den Überlegungen mitzumachen. Der Initiativkreis hat in den vergangenen acht Monaten gut und zielführend gearbeitet. Die Bereitschaft, sich in den Gremien zu engagieren ist riesig. Ich glaube, dass die Bürgerstiftung Stolberg Rhld. eine Erfolgsgeschichte für unsere Heimatstadt wird. Zur Gründungsveranstaltung am 19. September um 19 Uhr auf der Burg ist jeder Interessierte eingeladen. Was kann man von der Veranstaltung erwarten? Hans-Josef Siebertz: Die Gründungsveranstaltung ist ein äußeres Zeichen, dass die Stiftung jetzt ihre Arbeit aufgenommen hat. Sie ist eine Einladung an alle Bürger, die bisher noch nicht den Weg zur Stiftung gefunden haben. Jeder kann kommen und sich von den Ideen der Stiftung anstecken lassen. Im Vordergrund stehen eine moderierte Gesprächsrunde mit Fachleuten. Baesweilers Bürgermeister Willi Linkens, Vorsitzender der Bürgerstiftung Baesweiler wird kommen, Brigitte Erm von der Stiftung Lebensraum Aachen sowie Axel Halling vom Bundesverband Deutscher Stiftungen. Astrid Natus-Can wird aus der Sicht eines Trägers, des Mehrgenerationenhauses, berichten. Aber auch das Lokalkolorit soll an diesem Abend nicht zu kurz kommen. Egon Kneer wird Stolberger Lieder und Melodien zwischen den einzelnen Programmpunkten darbieten. Schließlich ist es auch das Ziel der Bürgerstiftung, dass sich Alt und Jung beteiligen. Wichtig ist einfach, dass man sich engagiert, für die Menschen in unserer Stadt. Tel. 0162/1059908 oder Tel. 02402/7415.

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