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Presse•  26. März 2015 Zeitungsverlag Aachen

Integration von Flüchtlingen: Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters

Stolberg. 6000 Euro hat der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF)von der Bürgerstiftung Stolberg erhalten. Das Geld kommt minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen zugute, die unter anderem im Stolberger Agnesheim leben.

Sabine Houben (l.) überreicht der SkF-Vorstandsvorsitzenden Rosemarie Spix den 6000-Euro-Scheck. Rechts Stiftungsratsvorsitzender Wolfgang Hennig, daneben Polizeipräsident Dirk Weinspach. Foto: J. Kohnert

Polizisten ohne Waffen, die auf der Bühne sitzen und dabei noch Big-Band-Musik machen – das war für die Jugendlichen, deren Heimatländer unter anderem Eritrea oder Afghanistan sind, eine ganz neue Erfahrung. Alleine schon diese Art der Musik hörten die meisten das erste Mal in ihrem Leben. „Aber es hat ihnen gefallen, manche haben sogar getanzt“, wusste Kornelia Stöcker, Leiterin des Agnesheims zu berichten.

Das Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters NRW in Stolberg, das zugunsten minderjähriger Flüchtlinge, die vom SkF betreut werden, veranstaltet wurde, war somit in mehrfacher Hinsicht ein Erfolg: Der Erlös des Konzerts beträgt 6000 Euro und wird für tagesstrukturierende Maßnahmen sowie sportliche Aktivitäten der minderjährigen Flüchtlinge eingesetzt. Darüber hinaus konnten sich die Jugendlichen beim Auf- und Abbau nach und vor dem Konzert in der Sporthalle Glashütter Weiher sowie bei der Bewirtung der circa 500 Konzertbesucher beteiligen und damit noch einmal eine ganz andere Perspektive auf ihr neues Lebensumfeld Stolberg gewinnen.

Denn – das wurde bei der Übergabe der Spende noch mal deutlich gemacht – es sind während des Konzerts viele spannende Gespräche zwischen den Jugendlichen und den Besuchern entstanden. Die Übergabe des symbolischen Spendenschecks erfolgte nun in den Räumen des Sozialdienst katholischer Frauen an der Birkengangstraße im Beisein einiger Vertreter der Vereine, die zum Gelingen des Konzerts beigetragen hatten: zum Beispiel die Feuerwehr, die den Auf- und Abbau organisierte, oder der Stadtverband der musiktreibenden Vereine, der den Kartenverkauf beschleunigte.

„Zwar spendete die Bürgerstiftung 100 Prozent der Eintrittsgelder, doch wäre die Summe nicht zusammengekommen, hätten die Besucher nicht auch noch den einen oder anderen Euro so dazu gegeben“, freute sich Wolfgang Hennig, Vorsitzender des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Stolberg. Die Bürgerstiftung selbst rundete die Spende dann auf 6000 Euro auf.

Zur Scheckübergabe angereist war auch Dirk Weinspach, Aachens Polizeipräsident und Schirmherr des Benefizkonzerts, der die Chance nutzte, um mit einigen der minderjährigen Flüchtlinge ins Gespräch zu kommen.

Den schon am Konzertabend festgestellten Unterschied zwischen der Polizei in den Heimatländern der Jugendlichen und der Polizei hier nahm der Polizeipräsident dann auch als Anknüpfungspunkt, um „Barrieren abzubauen“. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, ihm ihre Geschichten zu erzählen, und Dirk Weinspach erläuterte die Arbeit der Polizei. Einen Besuch der Jugendlichen beim Bezirksbeamten oder sogar im Polizeipräsidium seien weitere Möglichkeiten des Austauschs. „Probleme lösen, bevor sie entstehen“, unter diesem Aspekt sah er auch das Benefizkonzert, das den Besuchern die Augen für die Anliegen der Jugendlichen öffnete.

„Wenn die richtige Unterstützung und Förderung da ist, sind auch schnelle Erfolge sichtbar“, lobte Weinspach die Arbeit des SkF. Obwohl sie teilweise erst sechs oder sieben Monate in Deutschland leben, konnten sie sich mit dem Polizeipräsidenten bereits auf Deutsch unterhalten. Besonders beeindruckte ihn die Geschichte eines Jungen, der den Unterschied zwischen der Polizei in seinem afrikanischen Heimatland und seinen Erfahrungen in Deutschland knapp zusammenfasste: „Bei uns gibt es Schlagstöcke, hier gibt es ein Bitte und ein Danke.“ Mehr Informationen auf www.skf-stolberg.de und www.buergerstiftung-stolberg.de.

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