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Presse•  28. Febr. 2015 Stolberger Nachrichten

Begeisterungsstürme für symphonische Blasmusik

Das Landespolizeiorchester unter Leitung von Scott Lawton zeigt bei seinem Auftritt in Stolberg, wie modern, vielfältig, mitreißend und lebendig die symphonische Blasmusik sein kann. Foto: M.-L Otten

Beim vielfältigen und mitreißenden Benefizkonzert der Bürgerstiftung brilliert das Landespolizeiorchester zugunsten minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge

 Von: Marie-Luise

Stolberg. Das von der Bürgerstiftung organisierte Benefizkonzert zugunsten des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF), der den Erlös für zusätzliche Hilfemaßnahmen unbegleiteter Flüchtlinge aus den Krisenregionen einsetzt, bescherte den zahlreich erschienenen Zuhörern in der Sporthalle Glashütter Weiher zwei Stunden beste Unterhaltung. Für ein solch ehrenhaftes Anliegen war das Landespolizeiorchester NRW gerne gekommen, das mit seinem Auftritt zeigte, wie modern, vielfältig, mitreißend und lebendig die symphonische Blasmusik sein kann.

„Das richtige Zeichen“ 40 Konzerte hat das Landespolizeiorchester im letzten Jahr bestritten, so Polizeipräsident Dirk Weinspach, der die Schirmherrschaft für diesen Abend übernommen hatte. Sie bieten Gelegenheit zu zeigen, dass die Polizei nicht nur für die Sicherheit zuständig ist. Außerdem, so der Schirmherr, sei das Orchester bei zeremoniellen Veranstaltungen wie Vereidigung und Gelöbnissen von Soldaten der Bundeswehr aktiv. Dirk Weinspach lobte das Engagement der Bürgerstiftung, die „das richtige Zeichen“ zur „richtigen Zeit“ setze, denn die jugendlichen unbegleiteten Flüchtlinge in Stolberg seien kein Problem, sondern eine humane Aufgabe für alle Bürger.

Musikalisch begann der Abend mit einem Marsch und dem populären Walzer Nr. 2 aus der aus acht Sätzen bestehenden Suite für Varieté-Orchester von Dmitri Schostakowitsch. Dirigent Scott Lawton wirkte am Pult als ein bis ins Detail mitmusizierender Leiter, dem die Berufsmusiker beweglich und gefügig folgten. Seine Moderationen zu dem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm waren zudem kompetent und witzig. „Under the Sea“, die Geschichte der kleinen Meerjungfrau „Arielle“, mit Calypsoklängen war den jungen Leuten im Saal gewidmet. Krimizeit gab es mit Henri Mancini und seinem „rosaroten Panther“ sowie „Miss Marple“ von Ron Goodwin. Und auch das Potpourri der „Comedian Harmonists“ mit dem „guten Freund“, dem „kleinen grünen Kaktus“ und der „Veronika“ kam an.

Der „Herzog von Braunschweig“ war der erste Marsch, den Peter Hilgers gelernt hatte. Er und sein Bruder Heinz sowie Helmut Heister, Tim und Christoph Grytz gehören zu den fünf Aktiven, die in Stolberg einmal beheimatet waren und in diesem besonderen Orchester jetzt mitwirken. Letzterer spielte das Tuba-Solo in der Cavatine aus dem „Barbier von Sevilla“. Aus dem reichen Repertoire von Josef und Johann Strauß präsentierten die mehr als 40 qualifizierten und engagierten Musiker den Dynamiden- und Kaiserwalzer sowie die Pizzicato-Polka und ließen das traditionelle Neujahrskonzert aus dem Großen Wiener Musikvereinssaal in Stolberg lebendig werden. Vor der Pause gab es noch Musik des amerikanischen Komponisten George Gershwin, dessen Gespür für symphonische Melodien das Polizeiorchester glaubhaft zum Ausdruck brachte. Zu Recht gilt er als einer der besten Musiker des 20. Jahrhunderts. Es war ein genussvolles Zuhören. Im zweiten Teil präsentierten die Damen und Herren Klassisches von Giacomo Rossini, Richard Wagner und Edvard Grieg.

Zu den bekanntesten Stücken zählten die Figaro-Cavatine aus dem „Barbier von Sevilla“, der Einzug der Gäste aus „Tannhäuser“ und die aus der Werbung bekannte „Morgenstimmung“. Freunde von Blues und Dixieland kamen mit „South Rampart Street Parade“ von Ray Bauduc voll auf ihre Kosten. Wahre Begeisterungsstürme von Seiten der Zuhörer taten sich auf, und es gab Standing Ovations ohne Ende. Als Zugaben erklangen zwei Militärmärsche, darunter der Radetzky-Marsch, der nicht nur traditionell das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker beendet, sondern auch das Benefizkonzert in Stolberg.

Bürgermeister Dr. Grüttemeier war stolz auf diese Veranstaltung und bedankte sich bei allen Ehrenamtlern, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt hatten.    

Auch die unbegleiteten Flüchtlinge halfen in der Pause mit und bewirteten die Gäste.

 

 

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