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Presse•  06. Febr. 2014 Stolberger Nachrichten

Tempo runter und Hilfe für Flüchtlinge

Die Stolberger Bürgerstiftung zieht eine positive Bilanz: Schulbroschüren, Nachhilfe für Migrantenkinder und Unterstützung für Kitas

 

Von: Toni Dörflinger Stolberg. Sehen lassen können sich die Aktivitäten der im September 2012 gegründeten Bürgerstiftung. Schließlich hat die 103 Mitglieder zählende Initiative zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht und einige bereits erfolgreich vollendet.

Zu den abgeschlossen Projekten zählt etwa die Unterrichtsbroschüre „Stolberg – Unsere Heimat“, die im Mai vergangen Jahres veröffentlicht, in einer Auflage von rund 4200 Exemplaren gedruckt und an den Grundschulen und weiterführenden Schulen verteilt wurde. Das 70-seitige, reich illustrierte und mit einer Loseblattsammlung ergänzte Werk ist, wie Hans-Josef Siebertz, Vorsitzender der Initiative, bei dem Stifterforum versicherte, nicht nur bei Schülern und Lehrkräften, sondern auch in der Bevölkerung auf eine große Resonanz gestoßen. Immerhin konnten im freien Handel bereits mehr als 300 Exemplare verkauft werden. Dies bescherte der Stiftung eine kleine Zusatzeinnahme. In diesem Kontext bedankte sich die Bürgerstiftung bei ihrem Forum bei sechs so genannten Zeitstiftern mit Urkunden und Präsenten. Sie hätten, wie Siebertz versicherte, erhebliche Stunden und großen Aufwand investiert, um die Broschüre zu einem ansprechenden und fachlich anspruchsvollen Werk zu machen.

In Angriff genommen hat die Bürgerstiftung das Projekt „Förderung von Migrantenkindern im Bildungsbereich“. Dazu gehört neben der schulischen auch die musische Bildung. Der musischen Bildung von Migrantenkindern dient die Gründung einer Band an der Gesamtschule Sperberweg. Diese Band konnte erfolgreich initiiert werden, weil nach einem Spendenaufruf (wir berichteten) die Bevölkerung zahlreiche ausrangierte, aber noch gut erhaltene Instrumente wie Keyboards, Gitarren und Trommeln zur Verfügung stellte. Voranbringen will die Bürgerstiftung auch den Nachhilfeunterricht für Migrantenkinder. Sie möchte Bürger dazu motivieren, ehrenamtlichen Mathematik-, Englisch- oder Deutschunterricht zu erteilen. Dazu hat sie einen Fragebogen erstellt. Jungen, unbegleiteten Flüchtlingen soll ein Konzert der Bürgerstiftung zu Gute kommen. Das Landespolizeiorchester NRW gastiert am 26. Februar in der Sporthalle Glashütter Weiher und gibt ein Benefizkonzert, von dessen Erlös die Jugendlichen aus Krisenregionen, die derzeit vom Sozialdienst Katholischer Frauen (SkF) betreut werden und im Agnesheim eine Unterkunft gefunden haben, profitieren sollen. „Der Kartenvorverkauf ist sehr gut angelaufen. Der Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten kommt ausnahmslos und ohne Abzug dem Projekt zu Gute“, sagt Siebertz.

Gegenstand der Versammlung war auch die Übergabe einer mobilen Geschwindigkeitsanzeigetafel an die Sprecherin einer Kita-Elterninitiative, Julia Mertens. Wie berichtet, hatte sich eine Initiative gebildet, die sich dafür eingesetzt hatte, die Kindertagesstätten im Wechsel mit einer Geschwindigkeitsmessanlage auszustatten. Die Finanzierung dieser Anlage hatte die Bürgerstiftung übernommen. Mit der Vorstellung des Wirtschaftsplans und einer Übersicht der Mittel, die die Stiftung im laufenden Jahr für ihre Projekte aufbringen will, schloss die Versammlung. So soll etwa das Nachhilfeprojekt für Migrantenkinder fortgeführt werden. Intensivieren will die Stiftung in naher Zukunft die Werbung neuer Mitglieder. Siebertz: „Insbesondere junge Menschen sollen für ein bürgerschaftliches Engagement angesprochen werden.“

 

Stiftung erhält über 200.000 Euro aus Erbe: Wie der Vorstand der Bürgerstiftung bei dem Stifterforum mitteilte, hat das Stiftungsvermögen einen erheblichen Zuwachs bekommen. Per Testament vermachte Helena Kever der Stiftung 204.754,44 Euro. „Ich mache der Bürgerstiftung zur Auflage, das geerbte Vermögen satzungsgemäß zur Bildungsförderung von begabten Kindern aus sozialschwachen Familien zu verwenden“, heißt es in dem Testament. Um den zweckgebundenen Betrag künftig für dieses Ziel einsetzen zu können, wird ein Stiftungsfonds, der den Namen der Stifterin trägt, eingerichtet. „Wir sind erfreut, dass unsere Bürgerstiftung ein erstes Erbe in dieser Höhe erhalten hat“, sagt Hans Josef Siebertz, Vorsitzender der Stolberger Bürgerstiftung. „Dies ist für uns ein ermutigendes Signal für das bürgerschaftliche Engagement in unserer Stadt.“ Weil das Stiftungskapital unangetastet bleibe, stünden die Vermögenserträge der Stifterin dauerhaft für die Verwendung ihres Willens zur Verfügung, so Siebertz. „Vielleicht regt die Spende zum Nachdenken an und die Bürgerstiftung wird künftig in weiteren Testamenten bedacht.“

Julia Mertens, Sprecherin der Elterninitiative, war glücklich, endlich die Geschwindigkeitsanzeigetafel von Andreas Clemens, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, entgegennehmen zu können. Foto: J. Kohnert
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