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Presse•  19. Nov. 2014 Super Mittwoch

Sicher in den Kindergarten

Gemeinschaftsprojekt der Stolberger Eltern

Eltern sammeln mit Hilfe der Bürgerstiftung für eine mobile Geschwindigkeitsanzeige, die vor den Kitas der Stadt stehen soll.

Von Juliane Kohnert

Stolberg. Wer die Konrad-Adenauer-Straße in Büsbach in Höhe des bunten Geländers überqueren möchte, muss je nach Tageszeit richtig lange warten, bis sich hier eine Lücke auftut – und das sogar, wenn man gut zu Fuß ist. Als Senior, oder wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist, ist die Überquerung der Straße eine richtig langwierige Angelegenheit. Natürlich gibt es in einigen Metern Entfernung die Fußgängerampel, doch wird dieser Umweg naturgemäß nicht so häufig in Anspruch genommen.

Das bunte Geländer gehört zum Montessori Kinderhaus und die Eltern sind schon länger besorgt ob der Verkehrssituation direkt vor der Haustüre des Kindergartens. Zwar ist dort eine 30er Zone eingerichtet, doch „die wenigsten fahren hier wirklich nur 30 km/h“, weiß Julia Mertens, Mutter und Vorstandsmitglied des Elternvereins des Montessori Kinderhauses. „Nicht mit böser Absicht, das weiß ich auch. Die Straße ist gerade und übersichtlich. Da merkt man gar nicht, dass man so schnell fährt.“

Ähnlich ist die Situation vor anderen Kitas in Stolberg. So haben vor circa einem halben Jahr Eltern des Montessori Elternvereins die Initiative ergriffen und einen Plan ausgearbeitet, wie die Situation entschärft werden kann: „Wir hatten die Idee, einen Zebrastreifen oder eine Insel errichten zu lassen. Doch bei einer Ortsbegehung mit dem Ordnungsamt wurde klar, dass das nicht umsetzbar ist an der Konrad-Adenauer-Straße. Eine mobile Geschwindigkeitsanzeigetafel war für uns dann die Lösung“, so Mertens. „So werden die Autofahrer auf ihre Geschwindigkeit aufmerksam und fahren automatisch langsamer“. Diese soll dann im Wechsel vor den verschiedenen Kindergärten Stolbergs platziert werden. Deshalb muss diese auch unterschiedlich einstellbar sein, da einige Kindergärten an 50er-Zonen, andere wiederum in verkehrsberuhigten Zonen liegen. Bei der Vorstellung der Idee während einer Sitzung des Jugendamtselternbeirates Ende März 2014 stieß die Idee auf große Zustimmung.

„Die Hilfsbereitschaft und Kooperation ist einfach klasse.“ Julia Mertens

„Doch die Stadt hat leider kein Geld zur Anschaffung eines solchen Messgerätes. Deshalb wollten wir unter den Eltern und bei Stolberger Geschäftsleuten für ein solches Gerät sammeln“, so Mertens weiter. Dank eines Tipps auf der Homepage „UnserAC.de“ wendete sich Julia Mertens dann an die Bürgerstiftung Stolberg und bekam prompt Hilfe: „Der Rückhalt ist wahnsinnig hoch. Der Vorsitzende Herr Siebertz hatte sofort ein offenes Ohr und sagte in nur einer halben Stunde seine Unterstützung zu. Die Bürgerstiftung half dann beim Aufsetzen der Briefe und kann auch Spendenquittungen ausstellen, was ein großer Vorteil ist. Denn das konnten wir als Elterninitiative nicht“. Schnell kamen dann 1200 Euro, knapp die Hälfte des benötigten Geldes zusammen.

„Die Hilfsbereitschaft und Kooperation hier ist einfach klasse. Die ursprüngliche Idee einiger Eltern hat sich zu einem richtigen Gemeinschaftsprojekt entwickelt. Wenn sich jetzt noch mehr Eltern mit einer Spende beteiligen, kommen wir unserem Ziel schnell näher. Deshalb haben wir in der letzten Sitzung des Jugendamtelternbeirates beschlossen, Spendendosen in den Kitas für Kleinspenden aufzustellen“, ist die vor zwei Jahren zugezogene Stolbergerin begeistert von der Unterstützung.

Wenn die Messanlage endlich gekauft werden kann, wird die Elterninitiative einen Überlassungsvertrag mit der Stadt vereinbaren und das Ordnungsamt wird die Anlage von einem Standort zum anderen transportieren“.

Doch bis es soweit ist, fehlt immer noch etwas mehr als die Hälfte des Geldes. Insgesamt werden nämlich 2500 Euro für die Anlage benötigt. „Das ist aber leider immer noch nicht alles“, weiß Julia Mertens. „Denn wichtig ist auch eine Versicherung für das Gerät, die wahrscheinlich mehrere Hundert Euro im Jahr kosten wird. Wir hoffen ja, dass wir eine Versicherung finden, die uns dabei ein wenig entgegenkommt“, so die engagierte Mutter. „Schließlich ist es ein Gemeinschaftsprojekt, das ganz Stolberg Nutzen bringt.“ Die Elterninitiative hofft, die Anlage im Frühjahr offiziell einweihen zu können. Bis dahin muss aber noch viel gespendet werden.

info

Wer spenden oder die Versicherungssumme übernehmen möchte, kann sich an die Bürgerstiftung Stolberg, www.buergerstiftung-stolberg.de, Tel. 02402/26598, oder Julia Mertens, Tel. 02402/9020222 wenden. Spendenquittungen werden ausgestellt. In den Kitas stehen Spendenbüchsen für Kleinspenden bereit.

 

Eigentlich ist in Büsbach eine 30er-Zone vor der Kita eingerichtet, doch nur wenige Autofahrer halten sich hier an die Geschwindigkeit. Foto: Juliane Kohnert
Eine Elterninitiative setzt sich für eine mobile Geschwindigkeitsanzeigetafel ein, die immer abwechselnd vor den Kitas platziert werden soll. Julia Mertens, Vorstandsmitglied des Elternvereins des Montessori Kinderhauses.Foto: imago (Anzeigentafel)) und Juliane Kohnert
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