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Presse•  14. Sept. 2013 Stolberger Nachrichten

Jetzt mit Siegel Gutes tun in der Kupferstadt

Hans-Josef Siebertz und Helmut Frink nehmen das Gütesiegel für Bürgerstiftungen in Nürnberg entgegen. Erstes Bürgerfest am 22. September.

Stolberg. Am Ende lüftet Hans-Josef Siebertz ein Geheimnis. Und als er es sagt, sieht man dem Vorstandsvorsitzenden der Bürgerstiftung Stolberg an, dass er stolz ist, gemeinsam mit seinen Mitstreitern in so kurzer Zeit schon so viel geschafft zu haben. „Wir haben das Gütesiegel des Arbeitskreises Bürgerstiftungen im Bundesverband Deutscher Stiftungen beantragt“, beginnt Siebertz, macht eine kurze Pause und fügt lächelnd hinzu: „Und wir haben die Zusage“. Am gestrigen Freitag sind Siebertz und Vorstandskollege Helmut Frink dafür eigens nach Nürnberg gereist. Dort erhielten sie am Nachmittag das Gütesiegel bei der Herbsttagung des Arbeitskreises Bürgerstiftungen.

259 tragen die Auszeichnung

Das Gütesiegel wird an Bürgerstiftungen verliehen, deren Satzungen die „10 Merkmale einer Bürgerstiftung“ erfüllen. Die Prüfung und die Entscheidung über die Vergabe des Gütesiegels erfolgt durch eine unabhängige Jury aus erfahrenen Bürgerstiftern und Bürgerstiftungsexperten. Einige der Merkmale, die auch die Stolberger Bürgerstiftung erfüllt, sind: 1. Eine Bürgerstiftung ist gemeinnützig und will das Gemeinwesen stärken. Sie versteht sich als Element einer selbstbestimmten Bürgergesellschaft. 2. Eine Bürgerstiftung wird in der Regel von mehreren Stiftern errichtet. Eine Initiative zu ihrer Errichtung kann auch von Einzelpersonen oder einzelnen Institutionen ausgehen. 3. Eine Bürgerstiftung ist wirtschaftlich und politisch unabhängig. Sie ist konfessionell und parteipolitisch nicht gebunden. Eine Dominanz einzelner Stifter, Parteien, Unternehmen wird abgelehnt. Politische Gremien und Verwaltungsspitzen dürfen keinen bestimmenden Einfluss auf Entscheidungen nehmen. 4. Das Aktionsgebiet einer Bürgerstiftung ist geographisch ausgerichtet: auf eine Stadt, einen Landkreis, eine Region. 5. Eine Bürgerstiftung baut kontinuierlich Stiftungskapital auf. Dabei gibt sie allen Bürgern, die sich einer bestimmten Stadt oder Region verbunden fühlen und die Stiftungsziele bejahen, die Möglichkeit einer Zustiftung. Sie sammelt darüber hinaus Projektspenden und kann Unterstiftungen und Fonds einrichten, die einzelne der in der Satzung aufgeführten Zwecke verfolgen oder auch regionale Teilgebiete fördern.

Die Merkmale wurden im Jahr 2000 verabschiedet. Das bedeutet: Sie haben einen lokalen Aktionsradius, verfolgen eine Vielzahl gemeinnütziger Zwecke und verpflichten sich zu Unabhängigkeit und Transparenz. Als Stiftungen von Bürgern für Bürger fördern sie bürgerschaftliches Engagement und setzen auf ehrenamtliche Beteiligung.

Mittlerweile tragen 259 Bürgerstiftungen in Deutschland das Gütesiegel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. 23 Bürgerstiftungen erhalten es in diesem Jahr zum ersten Mal. Die meisten Bürgerstiftungen sowie Bürgerstifter gibt es in Nordrhein-Westfalen (69 Bürgerstiftungen/6771 Bürgerstifter), Baden-Württemberg (56/4723) und Niedersachsen (48/4069).

Ehrenamtliches Engagement

Gedanklich sind die Mitglieder der Stolberger Bürgerstiftung schon im nächsten Jahr, überlegen, welche Projekte oder Workshops sie initiieren. Aber nach der Verleihung des Gütesiegels steht auch schon die nächste Veranstaltung in den Startlöchern: Am Sonntag, 22. September, findet in der Zeit von 12 bis 17 Uhr erstmalig ein Bürgerfest auf dem oberen Burghof statt, zu dem die Bürgerstiftung alle herzlich einlädt. Mit eigenem Stand vertreten, stellen die Frauen und Männer die Stiftung vor und präsentieren auch schon Auszüge der neuen Heimatfibel „Stolberg meine Heimat“, an der 17 Personen gearbeitet haben. Sie soll demnächst an den Stolberger Grundschulen etabliert werden und richtet sich an Kinder ab neun Jahren.

Bei dem Fest, das um 12 Uhr von Hans-Josef Siebertz und dem Stiftungsratsvorsitzenden Wolfgang Hennig eröffnet wird, wechseln sich Theater (Helene-Weber-Haus und City Starlights) und Musik (Musikschule Merz und Gesangschule Natalie Stercken) sowie Folklore (Türkische Gemeinde) und Führungen für Kinder sowie Erwachsene (Burg und Stadt) ab. Die Burgritter sind ebenso da wie das Stolbärchen, es gibt kulinarische Leckereien, und natürlich hat auch das Museum in der Torburg seine Pforten geöffnet.

Die 99. Stifterin, der 100. Stifter und der 101. Stifter werden beim ersten Bürgerfest geehrt. Stifter kann werden, wer eine einmalige Summe in Höhe von 500 Euro stiftet. „Davon unabhängig freuen wir uns natürlich auch über Geld- und Zeitspenden und ehrenamtliche Unterstützung“, so Siebertz.(ds)

 

Bei der Entgegennahme der Zertifizierung: Heidrun Lüdtke (Initiative Bürgerstiftungen), Hans-Josef Siebertz (Vorsitzender Bürgerstiftung Stolberg), Helmut Frink (Vorstand Bürgerstiftung Stolberg), Prof. Dr. Wolfgang Anders, Leiter des AK Bürgerstiftungen). Foto: Veranstalter

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